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6. Intensität der abführenden Wirkung - Unterbrechung des enterohepatischen Kreislaufs

Die Literatur bewertet die Intensität des Abführens mit Rizinusöl extrem unterschiedlich:
Einerseits wird ausgesagt: Das Rizinusöl gehört zu den besten, mildesten und sichersten Abführmitteln, das auch in der Kinderpraxis mit Vorliebe verwendet wird ...
Quelle:
 - G. Fischer und E. Krug: Heilkräuter und Arzneipflanzen: Tabellenbuch - 7. Aufl. / Wiesbaden: VMA, 1997, S. 311.
Andererseits finden sich Aussagen wie: "Rizinusöl wirkt drastisch."
 Quelle:
 - H.P.T. Ammon (Hrsg.): Arzneimittelneben- und -wechselwirkungen: Ein Handbuch zur umfassenden und raschen Information für Ärzte und Apotheker - 2. Aufl. / Stuttgart: Wissenschaftl. Verlagsges., 1986.

 oder: "Eventuelles Darmgrimmen ist Ausdruck des therapeutischen Effektes."
Quelle:
- Heinz Lüllmann, Klaus Mohr: a. a. O., S. 233.

 Da es auszuschließen ist, daß eine der beiden Verfassergruppen in ihrer Beurteilung irrt, ist davon auszugehen, daß bei der einen Gruppe von Anwendern das Abführen mit Rizinusöl tatsächlich völlig harmlos und beschwerdefrei verlaufen ist, während bei der anderen Gruppe extreme Ereignisse zu beobachten gewesen sind. Die Lösung des Widerspruchs findet sich darin, daß man beim Abführen mit Rizinusöl niemals zu prognostizieren vermag, ob dieses harmlos oder drastisch verlaufen wird, vielmehr hängt dieses ausschließlich davon ab, in welchem Umfang Gifte aus der Leber über die Gallenblase in den Zwölffingerdarm ausgeleitet werden; allein diese bestimmten das Abführgeschehen.

All die Gifte, Schwermetalle und Wirkstoffe von Medikamenten, die ein Mensch im Laufe seines Lebens aufgenommen hat, sind u. a. in der Leber deponiert. Nimmt ein Mensch mit der Nahrung ein Fett oder ein fettes Öl zu sich, werden diese im Zwölffingerdarm durch die Galle und das Sekret der Bauchspeicheldrüse in eine Fettsäure und Glycerin gespalten. Gleichzeitig werden mit der Galle aus der Leber dort deponierte Gifte, Schwermetalle und Wirkstoffe von Medikamenten in den Zwölffingerdarm ausgeschieden, jedoch im Dünndarm und im Dickdarm zusammen mit der verstoffwechselten Ernährung wieder aufgenommen und über den Blutkreislauf zurück in die Leber befördert, um dort erneut deponiert zu werden. Dieses Geschehen bezeichnet man als enterohepatischen Kreislauf.

Da die Ricinolsäure im Gegensatz zu allen anderen Öl- und Fettsäuren die im Darm passiv vorhandenen Histamine aktiviert, werden die aus der Leber in den Darm ausgeschiedenen Gifte, Schwermetalle und Wirkstoffe von Medikamenten nicht erneut aufgenommen, sondern aus dem Körper hinausbefördert. Durch die Einnahme von Rizinusöl wird der enterohepatische Kreislauf unterbrochen.

Da, wie bereits angedeutet, nach der Einnahme von Rizinusöl die Menge und Intensität der ausgeschiedenen Gifte das Abführgeschehen bestimmen, kann man sagen, daß diesen die Bedeutung eines Katalysators zukommt:
 - Wird kein Gift ausgeschieden, ist das Abführen mit Rizinusöl kurz und beschwerdefrei.
 - Je mehr Gift ausgeschieden wird, desto länger und mühseliger wird das Abführgeschehen erfahren.

Die Prostaglandinsynthese E2 (PGE2) ereignet sich nur dann, wenn bestimmte Gifte in hinreichendem Umfang ausgeschieden werden, ansonsten bleibt diese aus. Es wäre durch systematische Laboruntersuchungen der ausgeschiedenen Galle herauszufinden, um welche Gifte es sich im Detail handelt, die die PGE2 auslösen.

Nachdem beim Abführen mit Rizinusöl der normale Darminhalt den Körper verlassen hat, fließt nur noch die Galle.
- Ist diese farb- und geruchlos, ist mit dieser kein Gift ausgeschieden worden.
- Je dunkler die Farbe der Galle ist - im Extremfall schwarz (Pechgalle) - und je intensiver diese nach Schwefelwasserstoff riecht, desto mehr Gift ist ausgeschieden worden.

Eine intensive Giftausscheidung kann zur Folge haben, daß im Analbereich eine u. U. stark juckende allergische Hautreaktion, ein urtikarielles Exanthem, auftritt. Um die Beschwerden zu lindern, verwendet man am besten eine Babycreme. Sobald bei der Ausscheidung das Giftpotential hinreichend abgesunken ist, treten diese Erscheinungen nicht mehr auf.

 7. Dosierung und Einnahme

Zum Erstgenannten findet sich in der Literatur folgende Aussage: "Dosis Erwachsene: 15-60 ml, Kinder: 5-10 ml"
Quelle:
- F. v. Bruchhausen u. a.: Pharmakotherapie, klinische Pharmakologie - 9. Aufl. / Stuttgart; Jena; New York: G. Fischer, 1995, S. 177.<

Es erweist sich für den Erwachsenen als sinnvoll, mit einer Dosis von 30 ml Rizinusöl pro Einzelanwendung zu beginnen und diese je nach Bekömmlichkeit im Laufe der Zeit stufenweise zunächst auf 40 ml, dann auf 50 ml, schließlich auf 60 ml zu steigern. Für die Wirkung ist es zudem entscheidend, in welchem Umfang die eingenommene Dosis Rizinusöl durch die Lipasen der Bauchspeicheldrüse und die Galle in Ricinolsäure und Glycerin gespalten wird. Nimmt man Rizinusöl pur ein, geht ein ansehnlicher Teil so ab, da die Oberfläche bezogen auf das Volumen relativ klein ist. Emulgiert man dieses dagegen z. B. mit Orangensaft durch intensives Schütteln, ist die Oberfläche der sehr kleinen Tropfen Rizinusöl bezogen auf das gleiche Volumen deutlich größer, wodurch bei einer hinreichenden Gallenproduktion nahezu alles Rizinusöl hydrolytisch gespalten wird. Als besonders geeignet erweist sich der Schüttelbecher von Tupperware mit dem Verteilstern.

Damit empfiehlt sich für die Einnahme folgendes Vorgehen:
 - Morgens früh auf nüchternen Magen
- 30 ml (40...60 ml) Rizinusöl in einen Schüttelbecher abmessen (siehe oben Punkt 3.)
 - mit gekühltem Orangensaft auf 1/4 l auffüllen,
 - 5 min lang intensiv schütteln,
- schließlich zügig trinken.

Nicht selten wird es günstiger sein, das Mixgetränk am Tage zuvor zuzubereiten und den Schüttelbecher in den Kühlschrank zu stellen, wonach man diesen vor der Einnahme morgens früh oder gegebenenfalls bereits nachts 5 min lang zu schütteln hat.

Je nach Verträglichkeit wird es klug sein, Rizinusöl zunächst in größeren Zeitabständen einzunehmen (z. B. 1 Monat) und die Intervalle stufenweise zu verkürzen (z. B. wöchentlich). Keinesfalls ist es ratenswert, täglich Rizinusöl einzunehmen, da sonst der Elektrolythaushalt aus dem Gleichgewicht kommt, dies vor allem durch Kaliummangel.

 8. Wirkungseintritt

Hierzu notiert die Literatur: &quot;Latenzzeit bis zum Wirkungseintritt: 2-6 Std.
 Quelle:
- F. v. Bruchhausen u. a.: Pharmakotherapie, klinische Pharmakologie - 9. Aufl. / Stuttgart; Jena; New York: G. Fischer, 1995, S. 177, Abb. 15.4.

Sehr schön hat hier im Forum "ADo" am 17.09.2006, 21:03 das Wirkungsgsgeschehen beschrieben:"Es brannte halt eine Weile im Mund und im Hals, dann gab es den obligatorischen 9. Monatsbauch und später brannte es noch einmal, als das Zeug wieder raus kam. Ich habs aber überlebt. Darmkrämpfe hatte ich, als ich mich spätnachmittags nach den Ästen zum schreddern gebückt habe und heute noch mal zur etwa gleichen Zeit."

Damit lassen sich beim Abführen mit Rizinusöl drei Phasen unterscheiden:
- Die Zeitspanne von der Einnahme bis zum ersten Wirkungsereignis:
hier notiert als Brennen in Mund und Hals und dem "obligatorischen 9. Monatsbauch&quot;. Hierzu ein Hinweis: Wem nach mehr als vier Stunden die Plage mit dem beschriebenen
9. Monatsbauch zuviel wird, vermag dies abzukürzen, indem er zwei Dulcolax Suppositorien möglichst tief einführt.

- Die Zeitspanne vom ersten bis zum letzten Wirkungsereignis:
hier beschrieben als urtikarielles Exanthem im Analbereich, weiter als Eintreten der Prostaglandinsynthese E2 mit Darmkrämpfen. Hier ist gut beobachtet, daß es bei den letzten Wirkungsereignissen zunehmend heftiger werden kann.

- Die Zeitspanne nach dem letzten Wirkungsereignis:<br /> hier weitere Darmkrämpfe am Tag danach.

All dies läßt sich nicht generalisieren, da ein jeder das Abführen mit Rizinusöl in anderer Weise erfährt.
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